Definition für Portrait - Welche Arten von Portraits gibt es?

Definition für Portrait

Viele stellen sich die Frage, was ist überhaupt ein Portrait? Portrait wird abgeleitet vom französischen und wird verstanden als ein Bildnis bzw. eine fotografische Aufnahme einer Person.

Die Kunstgeschichte des Portraits Was ist Porträt Sketchus Portrait

Beim Bildausschnitt eines Portraits wird der ganze Körper, ein Brustbild, der Kopf oder nur das Gesicht der Person abgebildet. Ziel ist der Fokus möglichst auf das Gesicht bzw. auf die Augen des Modells, um die Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Beispiel für eine Portraitaufnahme wäre ein Passbild.

Aufgabe ist es auch, den nicht  Anwesenden zu „vertreten“ oder einem Menschen ein Andenken zu bewahren. Das Portrait wurde im Laufe seiner Entwicklung unterschiedlich anerkannt.

Welche Arten von Portraits gibt es?

Sie werden nach Form der Darstellung unterschieden

  • Bildniskopf: der Kopf ist mit unter Einbeziehung des Halses zu sehen
  • Büste: Darstellung der Schulterpartie und ein großer Teil des Oberkörpers in Weiterführung von Kopf und Hals
  • Bruststück: Abbildung vom Großteil des Oberkörpers mit ganz oder teilweisen Armen
  • Halbfigur: Figur der Person wird bis zur Taille gezeigt
  • Kniestück: der Porträtierte wird bis zu den Knien gezeichnet
  • Ganzfigur:  Darstellung der gezeichneten Person in ihrer Gesamtheit

Als auch nach dem Grad der Drehung wird unterschieden

  • Vorderansicht: Gesicht wird von vorne gezeigt
  • Halbprofil: Portrait wird nur halb von der Seite gemalt
  • Dreiviertelansicht: eine Kopfseite ist voll zusehen, die andere hingegen in starker Verkürzung
  • Profil: Das Gesicht ist halb zur Seite gedreht abgebildet

Die Kunstgeschichte des Portraits

Schon um 500 vor Christus wurde die Kunst des Portraits im alten Griechenland gepflegt. Der Mensch trat als Individuum im Mittelalter hinter dem Glauben zurück. Somit wurde der Stil Kunstportrait geändert. Beispielsweise wurden kleine Bildnisse eingefügt in biblischer Szenen, um den Stifter des Kunstwerks (Papst oder Bischof) zu zeigen.

Im Mittelalter wurde die Abbildungen eines Menschen zunächst auf die Idealisierung und transzendente Wirklichkeit angelegt. Er wird in einer umfassenden, zeitlosen, dem Auge Gottes wohlgefälligen Weise und in einer alles Zufälligen, Unwesentlichen entkleideten Form dargestellt.

Im Spätmittelalter wurde der Bildraum gefüllt neben dem visualisierten Informationen wie Namen bzw. Monogramme, Wappen, Orden und Devise der abgebildeten Person als auch das Erscheinungsjahr.

Die Anfänge und Höhepunkte der Porträtmalerei

Ziel der Mächtigen in der früheren „Portraits“ der Kunstgeschichte war es diese auf den Münzreliefs darzustellen, ihre Verbreitung zu finden und ihre „Macht“ durch Standbilder darzustellen. Eine hohe Bedeutung hatte das Streben nach Unsterblichkeit durch die Darstellung des Gesichtes, welches sich in der Antike in Mumienmasken und Mumienmalereien manifestierte.

In den letzten Jahrhunderten haben eine Vielzahl von Maler, Fotografen, Bildhauer und Filmemacher ihren Beitrag dazu geleistet eine große Darstellungsvielfalt zu schaffen. Im Mittelalter und der Renaissance gab es sehr strenge Regeln, wie jemand seinem oder ihrem Rang entsprechend darzustellen war. Erst im Laufe der Zeit wurden diese verändert und spätestens mit der französischen Revolution immer weniger relevant.

Wandlung der Porträtmalerei der Renaissance

Hauptaufgabe der Renaissancekunst im 14., 15. Und frühen 16. Jahrhundert war die Darstellung religiöser, weltlicher und mythologischer Szenen als Botschaft. Am Besten eigneten sich für die Veröffentlichung in riesigen Wandmalereien als auch monumentalen Skulpturen.

Die Mona Lisa ist das berühmteste Porträt der italienischen Renaissance, welches Leonardo Da Vinci im Alter von 50 Jahren zeichnete.

Entwicklung der Porträtmalerei

Durch den kaufmännischen Wohlstand der italienischen Stadtstaaten und paar nordeuropäischer Häfen führte zu dem Renaissance bekannten künstlerischen Wiederaufleben.

Ab dem Zeitpunkt wurden statt kirchlichen Kommissionen für Wandmalereien, Statuen und andere Kunstwerke auch wohlhabende Regierende als auch Bürger in ganz Europa zu wichtigen Förderern der bildenden Kunst, vor allem der Renaissance Porträts.

Porträts aus der Proto-Renaissance (13.-14. Jhd.)

Die byzantinische Kunst beeinflusste stark die italienische Kunst der Gotik. Diese hatte einen linearen, flachen Stil mit auffälligen Kompositionen, vor allem bei der Darstellung der Passion Christi. In dieser Zeit begann man abgerundete, realistische Gesichter wie auch Figuren zu malen.

Vier Prinzipien machen die Malerei der Frührenaissance (ca. 1420-1520) aus

  • Eine ehrfürchtige Bewunderung der griechischen Antike
  • Der Glaube an den Humanismus
  • Die Beherrschung der linearen Perspektive
  • Der Respekt vor der naturalistischen Malerei der menschlichen Form

Die Nördliche Renaissance (1420-1520)

Ihre Kunst war pragmatisch und bodenständig. Sie basierte auch auf zwei entscheidende Prinzipien:

  • Es wurde die Ölfarbe entdeckt, welche eine endlose Überarbeitung des Portraits und damit eine einzigartige Detailklarheit ermöglicht
  • Die Wertschätzung der linearen Perspektive sowie die verfeinerte Schattierung